Erneut Schüsse auf offener Straße in Berlin

26 Mayıs 2026 16:03

Am Montagabend ist es an gleich mehreren Orten in Berlin zu Schüssen auf offener Straße gekommen. Im Kreuzberger Graefekiez wurde auf zwei Personen geschossen, in Lübars vor einem Lokal.

Berlin’de silahlı saldırılar: Kürt ve Türk esnaf tehdit altında

In Berlin ist am Montagabend an mehreren Orten auf offener Straße geschossen worden.

Wie die Polizei mitteilte, soll in der Urbanstraße im Stadtteil Kreuzberg ein Unbekannter in Richtung eines Spielplatzes geschossen haben. Dort habe sich ein Mann aufgehalten, der aber unverletzt blieb.

Außerdem sollen im Bereich Urbanstraße/Graefestraße mehrere Personen aus einem Auto gestiegen sein und auf einen Mann geschossen haben, der auf einem E-Scooter flüchtete. Auch die Täter entkamen. Verletzt wurde offenbar niemand. Experten des Landeskriminalamtes hätten bis tief in die Nacht hinein am Tatort ermittelt, so die Polizei. Die Hintergründe seien bislang aber unklar, hieß es weiter. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Kürzlich bereits Schüsse in der Urbanstraße

Ganz in der Nähe hatten Unbekannte erst am vergangenen Donnerstag tagsüber von einem Motorroller aus auf ein fahrendes Auto geschossen. In dem Fall ermittelt das Landeskriminalamt wegen versuchten Mordes. In dem beschossenen Auto saßen vier Männer, die zu einer bekannten arabischen Großfamilie gehören sollen.

Schüsse auch in Reinickendorf

Im Berliner Norden wurde in der Nacht zu Dienstag ebenfalls geschossen. In einem Lokal in der Quickborner Straße Ecke Möbelweg im Ortsteil Lübars (Bezirk Reinickendorf) sollen zwei Gruppen in einen Streit geraten sein, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der Streit verlagerte sich demnach vor das Lokal, wo dann mehrere Schüsse gefallen sein sollen. Den Beteiligten gelang die Flucht. Die Polizei stellte mehrere Patronenhülsen sicher.

Worum es bei dem Streit ging, sei Gegenstand der Ermittlungen, hieß es.
Sondereinheit "Ferrum" ermittelt seit Monaten

Im Jahr 2025 zählte die Berliner Polizei eigenen Angaben zufolge 515 Fälle von Schussabgaben in Berlin. Das waren insgesamt 68 Prozent mehr Straftaten, bei denen mit Waffen gedroht oder geschossen wurde, als im Vorjahr 2024.

Oft sollen demnach so türkische oder kurdische Ladeninhaber und Restaurantbesitzer unter Druck gesetzt werden, damit sie zahlen. In manchen Fällen wurden Männer zur Warnung in die Beine geschossen. Hinter den ständigen Gewalttaten stecken laut der Ermittler zum Teil organisierte Banden aus der Türkei, die Täter sogar extra einfliegen lassen.

Weil in Berlin immer wieder Schüsse fallen, ermittelt in vielen Schusswaffenvorfällen inzwischen die Sondereinheit "Ferrum" des Landeskriminalamtes (LKA). Die Polizei hatte die Sondereinheit im November 2025 eingerichtet - "Ferrum" ist lateinisch für "Eisen". Die Staatsanwaltschaft zog mit der Ermittlungsgruppe "Telum" nach (lateinisch für "Waffe").